45 Jahre · Tunis → Berlin → Samarkand
Eine Linie,nie abgesetzt.
Ich bin kein Label und keine Agentur. Ich bin ein Mensch mit einem Lebenswerk — und das lässt sich am besten als eine einzige durchgehende Linie erzählen.

Geboren 1954 in Tunesien, seit 1975 in Berlin. Dazwischen liegt kein Bruch, sondern eine Verbindung: Was ich als Kind im Radio gehört habe, ist dasselbe, was ich später auf Berliner Bühnen gebracht habe — nur dass es hier niemand kannte.
Über vier Jahrzehnte hinweg ist daraus ein Beruf geworden, für den es keinen Studiengang gibt. Man lernt ihn, indem man ihn macht: Verträge, Visa, Soundchecks, Programmhefte, Moderationen, Nachtschichten am Plattenteller und Gespräche mit Ensembles, die kein Wort Deutsch sprechen und trotzdem pünktlich auf der Bühne stehen sollen.
Was bleibt, ist eine Handvoll Häuser, eine Reihe, die es ohne mich nicht gäbe, und eine Stimme, die im Berliner Radio viele wiedererkannt haben. Und die Überzeugung, dass musikalische Grenzen abgebaut gehören, nicht bewacht.
Die Reihe heisst Café Global, die Stimme Nouris Radyoun — und was daraus heute buchbar ist, steht unter Leistungen.
Die Zeitachse
Stationen einer Linie.
Geboren
Geboren in Tunesien. Malouf, Chaabi und das Radio des Mittelmeerraums sind die erste Musik, die ich kenne — lange bevor ich weiss, dass man daraus einen Beruf machen kann.
Ankunft
Ich komme nach West-Berlin. Eine Stadt mit Mauer, mit Platz und mit einer Neugier, die es anderswo so nicht gab. Von hier aus wird alles Weitere organisiert.
Piranha
Erste Station im professionellen Musikgeschäft: Piranha, aus dem später WOMEX hervorgeht — die weltgrösste Messe für globale Musik. Hier lerne ich, wie internationale Konzerte tatsächlich zustande kommen.
Konzert-, Tanz- und Theaterveranstalter
Über drei Jahrzehnte Veranstalter für Konzerte, Tanz und Theater am Haus der Kulturen der Welt. Es ist die längste und prägendste Zusammenarbeit meines Berufslebens.
Café Global
Ich gründe und leite Café Global — die Reihe, in der Publikum und Musik aus aller Welt sich auf Augenhöhe begegnen. Sie wird zur Handschrift, an der man meine Arbeit erkennt.
Backstage · à la Carte
Moderator bei RBB Radio Multikulti, unter anderem mit den Sendungen «Backstage» und «à la Carte» — bis der Sender 2008 eingestellt wird. Die Stimme bleibt: Nouris Radyoun führt die Idee weiter.
CD-Produktionen
Musikredaktion und CD-Produktionen beim Label Wergo. Ein eigenes Künstlerprofil bei Discogs dokumentiert, was davon greifbar geblieben ist.
Sharq Taronalari
Mitwirkung am UNESCO-gelisteten Festival Sharq Taronalari auf dem Registan in Samarkand. Der Punkt, an dem die Brücke über den Nahen Osten hinaus bis nach Zentralasien reicht.
Haltung
Warum ich es so mache.
Kein Roster, ein Ohr
Ich verkaufe keine Künstlerliste. Ich höre zu, bis ich verstanden habe, was ein Ensemble tatsächlich macht — und erst dann überlege ich, auf welche Bühne es gehört.
Herkunft ist kein Genre
«Weltmusik» ist eine Regalbeschriftung, keine Beschreibung. Wer aus Tunis kommt, muss nicht nach Tunis klingen. Meine Programme behandeln Musikerinnen und Musiker als Urheber, nicht als Botschafter.
Dem Fremden eine Chance
Der Satz, der über allem steht: Kultur ist die Fähigkeit, dem Unvertrauten in unserem Leben eine Chance zu geben. Alles andere — Dramaturgie, Visa, Rider — ist Handwerk im Dienst dieses Satzes.

Kultur ist die Fähigkeit, dem Unvertrauten in unserem Leben eine Chance zu geben.
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Was daraus geworden ist.
Acht Programme, zehn Formate und eine Radiostimme. Sieh dir an, was aus diesen 45 Jahren konkret buchbar ist — oder schreib mir direkt.
